Stephanie Poppe Landessiegerin in Westfalen

von Dirk Sodenkamp
Fotos: David Hennig

„Danke Schiri“ lautet das Motto der bundesweiten Aktion des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der DEKRA. Im Rahmen einer Ehrungsveranstaltung zeichnete der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen e.V. (FLVW) nun die drei Landessieger in der DEKRA-Niederlassung in Dortmund aus. Dabei erhielten zwei Spätstarter und ein wahres Organisationstalent ein besonderes „Dankeschön“: Luis Torres (Kreis Gütersloh), Ismail Öztürk (Kreis Soest) und Stephanie Poppe (Kreis Iserlohn) wurden für ihr vorbildliches Engagement im Schiedsrichterwesen ausgezeichnet. „Wir freuen uns riesig, dass Stephanie Poppe diese Auszeichnung auf Verbandsebene erhalten hat“, freute sich der heimische Schiedsrichter-Obmann Lars Lehmann.

„Danke“ ist ein Wort, das eigentlich nicht oft genug gesagt werden kann. Dennoch hört man es viel zu selten. Gerade Schiedsrichtern wird nicht gerade häufig für ihren Einsatz und ihr Engagement gedankt. Dies war an diesem Abend anders: Hier standen drei Unparteiische im Mittelpunkt, die ein „Dankeschön“ verdient hatten. Einen besonderen Dank richtete FLVW-Präsident Hermann Korfmacher an die drei Anwesenden: „Ohne Sie, ohne alle 5000 Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter in Westfalen wäre unser geliebter Fußball gar nicht vorstellbar.“ In seiner Laudatio sprach Korfmacher von keinen einfachen Zeiten für die westfälischen Unparteiischen. Gerade die Bilder von wütenden Trainern und motzenden Spielern aus der Bundesliga ließen jegliche Achtung vor den Regelhütern verlieren, die aus Leidenschaft und Liebe zum Fußball Woche für Woche ehrenamtlich auf dem Feld stehen. „Das Verhalten der Profis am Samstag wiederholt sich auch am Sonntagnachmittag bei den Amateuren. Die Leidtragenden sind oft genug die Schiedsrichter“, so der Präsident. Umso wichtiger sei es, mit dieser Aktion die so wichtige Tätigkeit in das öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Poppe.Einsatz26 von 29 westfälischen Kreisen haben jeweils eine Schiedsrichterin und zwei Schiedsrichter in den Kategorien „U50“, Ü50“ und „Schiedsrichterin“ nominiert. Dabei fiel die Auswahl der drei Landessieger nicht leicht. Denn aus allen Meldungen musste der Verbandsschiedsrichterausschuss (VSA) drei Landessieger auswählen.

Mit Stephanie Poppe aus dem Kreis Iserlohn zeichnete der VSA in der Kategorie „Schiedsrichterin“ ein wahres Organisationstalent aus: Die 30-jährige ist verheiratet und Mutter von zwei kleinen Kindern. „Ihre Geschichte ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass man es tatsächlich schaffen kann, Schiedsrichtertätigkeit und Familie unter einen Hut zu bringen“, lobte Michael Liedtke, Vorsitzender des VSA. Die ehemalige Fußballerin musste vor neun Jahren ihre aktive Laufbahn krankheitsbedingt beenden, ließ sich aber durch ihren Ehemann Stephan – der ebenfalls als Schiedsrichter aktiv ist – zum „Pfeifen“ motivieren. „Es ist keine Selbstverständlichkeit, nach der Babypause wieder auf den Platz zurückzukehren“, so Liedtke. Denn Familie, Beruf und Hobby zu vereinbaren, erfordert großes organisatorisches Geschick. Doch Poppe geht ihrem Hobby weiter vorwiegend im Juniorenbereich mit großem Engagement und viel Freude nach und steht gerade jungen Schiedsrichterinnen in ihrem Kreis als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „Sie hat die Auszeichnung wahrlich verdient“, unterstrich Lars Lehmann. Sie sei Vorbild für alle jungen Mädchen und Frauen im Kreis Iserlohn.