Schiedsrichterei droht Personalnot

Quellennachweis (Westfalenpost/Eberhard Tripp)

Noch können alle Iserlohner Kreisliga-Spiele besetzt werden, aber im Bereich der „Generation Ü30“ besteht Bedarf. Problem: Einige Klubs zahlen lieber Bußgelder
Ein Bericht von : Burkhard Granseier

 

Menden. Die Schiedsrichter im Fußball-Kreis Iserlohn schlagen Alarm. Noch können alle Meisterschaftsspiele bis hinab zur Kreisliga C besetzt werden. Aber die Zahl derer, die dafür sorgen, dass im heimischen Kreis ein geregelter Spielbetrieb garantiert werden kann, wird kleiner.
Deshalb wirbt der Schiedsrichterausschuss des Kreises in diesen Tagen verstärkt für den neuen Anwärterlehrgang . „Wir brauchen an jedem Wochenende zwischen 70 und 80 Leute, um alle Spiele besetzen zu können“, sagt Iserlohns Schiedsrichter-Chef Lars Lehmann. „Das gelingt uns aktuell zwar immer noch – allerdings nur, weil zahlreiche Kameraden teilweise zwei Spiele einem Wochenende, ja sogar an einem Tag leiten.“
Sorgen in unteren Spielklassen
Lehmann macht deshalb deutlich, wo im Kreis Iserlohn der Schuh drückt. „Uns fehlen gerade in den unteren Klassen Schiedsrichter, die noch nicht so alt, aber auch nicht unbedingt blutjung sind“, sagt der Funktionär.
Grund für die Suche nach Referees aus Ü30-Generation ist auch die Tatsache, dass ein Jungschiedsrichter im Seniorenbereich nicht nur aufgrund seines Alters durchaus noch überfordert sein kann. Dass bei den heimischen Unparteiischen die mittleren Jahrgänge dünn besetzt sind, ist vielleicht auch ein wenig dem Erfolg der heimischen „Schwarzkittel“ geschuldet. So sind an jedem Wochenende von 158 gemeldeten Schiedsrichtern allein 30 überkreislich unterwegs.
Top-Leute fehlen auf Kreisebene
Top-Leute wie Christian Fischer (Assistent in der ersten Liga), Bastian Börner (Schiedsrichter bis dritte Liga) oder die Regionalliga-Referees Julian Engelmann und Jörn Schäfer stehen auf Kreisebene ja nicht zur Verfügung.
„Und dann haben wir ja auch noch einige Kameraden, die passiv sind und zum Beispiel hin und wieder eine Beobachtung übernehmen“, erzählt Julian Engelmann – der Sümmeraner ist trotz seines Engagements in der Regionalliga und A-Jugend-Bundesliga für die Ansetzungen in den Kreisligen zuständig. Die stolze Zahl von insgesamt 158 Unparteiischen im Kreis Iserlohn relativiert sich somit.
„Wir wollen zeigen, dass es Spaß macht, Schiedsrichter zu sein“, sagt Dirk Sodenkamp, Mitglied des Iserlohner Kreisschiedsrichterausschusses. So werden neben einer sportlichen Betätigung umfassende Ausbildungsmaßnahmen angeboten. „Talentierte Schiris werden gefördert“, verweist Sodenkamp auf zahlreiche Kollegen, die in überkreislichen Ligen pfeifen.
Schiri-Soll sollte erfüllt werden
Schiri-Chef Lars Lehmann weiß allerdings auch, dass einige Vereine es vorziehen, Ordnungsgelder zu zahlen, anstatt eigene Schiedsrichter zu stellen. So muss ein Verein pro fehlendem Referee im Jahr eine Strafe von 250 Euro aufbringen. „Ein Verein, der sein Schiri-Soll nicht zu 60 Prozent erfüllt hat, zahlt ein um 50 Prozent erhöhtes Ordnungsgeld für jeden fehlenden Schiedsrichter“, so Lehmann. Gleich drei Mendener Vereine stellen gar keine Schiedsrichter – dies sind die B-Ligisten GFV Olympos und FC International sowie C-Ligist FC Italia, die deshalb zur Kasse gegeben werden.
Man sieht: Es macht für Vereine Sinn, genügend Schiedsrichter an den Start zu bringen. Denn ohne diese Sportkameraden geht es im Fußball bekanntlich nicht.
Neuer Lehrgang ab 23. September
Der nächste Anwärterlehrgang des Kreises Iserlohn beginnt am Samstag, 23. September, um 10 Uhr im Schulungsraum der neuen Hemberg-Sporthalle in Iserlohn. Dabei sind insgesamt sind sechs Schulungstage vorgesehen, die Prüfung findet am 21. Oktober. statt. Anmeldungen nimmt Kreislehrwart Dirk Schmale per Mail entgegen (schmale@sr-iserlohn.de).