Erbsensuppe und Ehrungen zum Jahresabschluss

Lehmann: „Danke, für 4059 geleitete Spiele.“

von Dirk Sodenkamp

Fast alle Sitzplätze belegt, viele Gespräche füllen den Raum, in der Ecke steht der Weihnachtsbaum. Lars Lehmann seit drei Jahren Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses steht auf und will die letzte Sitzung des Jahres eröffnen. Plötzlich ruft ein Schiedsrichterkamerad: „Der Chef will anfangen.“ Sofort verstummen die Gespräche, die Augen richten sich auf den Vorstandstisch und der 33-jährige Lehmann begrüßt die knapp 100 Anwesenden Unparteiischen.

In einer kurzen Ansprache beeindruckte Lars Lehmann mit einer Reihe von Daten, die das Engagement der heimischen Schiedsrichter im Jahr 2016 belegte. „Insgesamt wurden von uns 4059 Spiele besetzt und geleitet, dass in Zeiten wie diesen aller Ehren wert ist. Das ist Eure Leistung und dafür ganz herzlichen Dank“, unterstrich der Schiri-Obmann unter Applaus. Die Anzahl der Schiedsrichter im heimischen Kreis sank im Jahr 2016 von 170 auf 153 Unparteiische. Drei Gründe führte Lars Lehmann für diese Entwicklung an: 1) Der Schiedsrichterausschuss habe die Kartei bereinigt und inaktive Kollegen gestrichen, 2) in 2016 habe es nur einen Anwärterlehrgang im Frühjahr gegeben und 3) mehr Kollegen als in den vergangenen Jahren hätten aus verschiedensten Gründen die Pfeife aus der Hand gelegt. „Unser Ziel muss es wieder sein zu wachsen, deshalb findet sofort im Frühjahr 2017 ein neuer Anwärterlehrgang statt“, kündigte Lars Lehmann an.

Fatih Bayrak (22, SC Tornado Westig) leitete in 2016 mit 87 Spielen die meisten Partien und damit im Schnitt alle vier Tage ein Spiel. Er wurde vom Kreisschiedsrichterausschuss für diese besondere Leistung geehrt. Moritz Petereit (23, ASSV Letmathe) landete mit 80 geleiteten Spielen auf Platz zwei in der internen Wertung. Wie viele Spiele sie geleitet haben, konnte nicht mehr festgestellt werden, aber einige hundert sind es in jedem Fall: Riza Aksoy (43, DJK GW Menden), Dirk Sodenkamp (41, BSV Menden) und Adil Yilmaz (67, Vatanspor Hemer) sind seit 25 Jahren Schiedsrichter. Sie begannen ihre Schiedsrichterlaufbahn alle im Jahr 1991. In einer Zeit als Kunstrasenplätze die absolute Ausnahme waren, der schriftliche Spielbericht Normalität und die Gelb-Rote Karte noch nicht eingeführt war. „Ein Vierteljahrhundert diesem Amt nachzugehen ist keine Selbstverständlichkeit und verdient Anerkennung, Respekt und Dank für Euch und Eure Familien“, dankte Lars Lehmann den drei Schiedsrichterkameraden herzlich. Sie erhielten eine Urkunde und ein Präsent für ihren jahrelangen Einsatz.

Jahrelang im Einsatz war auch Florian Steuer (36, BSV Lendringsen), aber im Profifußball. Er zog sich im Sommer aus familiären und beruflichen Gründen zurück und bedankte sich in diesem Rahmen bei den heimischen Schiedsrichtern für die jahrelange Unterstützung durch die Kollegen im märkischen Sauerland. Der Fußball- und Leichtathletikverband im Kreis Iserlohn wurde von Horst Reimann vertreten. „Danke für die geleistete Arbeit im Jahr 2016“, endete sein prägnantes Grußwort. Danach gab es Erbsensuppe oder Kraftbrühe zur Stärkung als Dankeschön für alle Anwesenden. Bei vielen Gesprächen über Aktuelles oder längst Vergangenes klang der Abend aus.