Aykut Cok verstärkt Iserlohner Schwarzkittel

Pressemitteilung der Schiedsrichtervereinigung Iserlohn:
11. August 2018
Aykut Cok verstärkt Iserlohner Schwarzkittel
Unterschiede zwischen türkischen und deutschen Fußballplätzen
Kreis Iserlohn. Eine türkisch-deutsche Sportgeschichte, die nicht alltäglich ist, findet derzeit im
Kreis Iserlohn statt. Aber der Reihe nach. Aykut Cok lebte und studierte in Izmir Study of
Technology bis zum März 2018. 2016 wurde er in der Nähe von Izmir zum Schiedsrichter
ausgebildet. Seit dem Frühjahr ist der 24-jährige zu einem Auslandssemester an der
Fachhochschule Westfalen in Iserlohn eingeschrieben und studiert Maschinenbau. Als er nun
nach Südwestfalen kam, war für ihn klar, dass er auch gerne in seiner neuen Umgebung Spiele
leiten würde. Er wandte sich an den Iserlohner Schiri-Obmann Lars Lehmann, der sich in
Kooperation mit dem Verbandsschiedsrichterausschuss für Einsätze von Cok aussprach. Kerim
Karaaslan wurde Aykut Cok vom Kreis an die Seite gestellt, um sprachliche und kulturelle Hürden
leichter überwinden zu können. „Kerim fungiert als eine Art Integrationslotse“, freut sich Lars
Lehmann über das Engagement des Bezirksligaschiedsrichters.
Inzwischen hat der 24-jährige Cok schon einige Spiele gepfiffen.

Den Auftakt machte die DJugend Partie zwischen dem FC Iserlohn und der SG Eintracht Ergste. Weitere Spiele folgten.
„Wir sind mit seinen Leistungen sehr zufrieden“, sagt Lehmann. Cok selbst ist es auch. „Ich bin
sehr glücklich Schiedsrichter zu sein und darüber mein Hobby auch in Deutschland ausüben zu
können“, sagt der aufgeweckte Student. Die Gründe warum er zum Schiedsrichter wurde, benennt
er nach kurzer Überlegung im Gespräch glasklar: 1) Man lerne sich selber zu beherrschen, 2) bei
Stresssituationen klare und eindeutige Entscheidungen zu fällen und 3) stärke das
Schiedsrichteramt die eigene Persönlichkeit. „Ich nehme für mein Leben mit, dass
Entscheidungen schnell gefällt werden und dann noch besser vertreten werden müssen.“ Bei
seinen Spielleitungen benutzt er vorzugsweise Englisch, um sich verständlich zu machen. „Aber
Kerim hat mir auch schon klare Ansagen wie ‚Hör auf zu Meckern‘ oder ‚Sei vorsichtiger‘
beigebracht“, schmunzelt der sympathische Aykut Cok. Der Fußballsport brauche aber eigentlich
keine Sprache, denn die Integrationskraft des Sports sei enorm hoch.
Die Emotionen und die Leidenschaft seien die größten Unterschiede zwischen seinen bisherigen
Spielen in der Türkei und Deutschland. Zuschauer und Spieler seien in der Türkei viel stärker
emotionalisiert, wenn die runde Lederkugel über den Rasen laufe. „Das ist schon eine andere
Fußballkultur“, analysiert Cok und ist dankbar dafür diese Erfahrungen machen zu dürfen. Auch in
unteren Ligen werden in der Türkei SR-Gespanne eingesetzt, da es auch keinen Mangel an
Schiedsrichtern gebe wie in Deutschland. Die Regeln und Anforderungen im türkischen
Schiedsrichterwesen seien hoch und würden sehr konsequent umgesetzt. Beispiel: jeden
Dienstag und Donnerstag gebe es Lauftraining für die Schiedsrichter der Region, wer nicht
teilnehme, erhalte keine Spiele in der Woche. Gefragt nach seinen Zielen, formuliert Aykut Cok
schnörkellos: „So hoch wie es geht.“ – Inzwischen ist das Semester beendet und Cok kann seinen
Wunsch eines Betriebspraktikums bei der Iserlohner Firma Thiele umsetzen. Außerdem hat er
viele Reisen innerhalb Deutschlands und Westeuropas unternommen. Oft mit dem Fußball als
Aufhänger: Camp Nou (Barcelona) und das Estadio do Dragao (FC Porto). „Schade, dass wir zum
Herbst einen so engagierten Schiedsrichter verlieren, aber die Region Izmir kann sich freuen“,
beschreibt Lars Lehmann seine Gefühlslage.